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Schifffahrt im Roten Meer aktuell: Suez-Rückkehr, Maersk-Zuschläge und Exporte nach Dschidda

Hormus bleibt für Containerschiffe praktisch geschlossen, Suez kehrt nur Dienst für Dienst zurück. Für Exporteure nach Saudi-Arabien und in die Emirate zählen jetzt Maersks Buchungsregeln, 500 USD OCR ab 15. September und rund 10–12 Tage an Land in Dschidda. Was die Schifffahrt im Roten Meer aktuell für Buchung, Reefer und Nachlauf bedeutet.

Straße von Hormus, Bab al-Mandab und Suezkanal: die Seewege zwischen Asien, dem Golf und Nordeuropa, Stand 15. September 2026.

Die aktuelle Lage der Schifffahrt im Roten Meer trifft deutsche Verlader im September 2026 doppelt: bei Asienimporten über den Suezkanal nach Hamburg und Bremerhaven und bei Exporten in den Golf. Die wichtigste Änderung für Exporteure gilt seit heute, dem 15. September: Maersk erhebt 500 USD je Container auf Vertragsbuchungen in die Emirate, auch ab deutschen Häfen.

Stand 15. September 2026 ist die Straße von Hormus für Containerschiffe seit dem 28. Februar praktisch geschlossen. Maersk nimmt Trockenladung nach Saudi-Arabien laut Mitteilung vom 11. September nur über Dschidda und King Abdullah Port an. In Dschidda warten Schiffe im Median 2,2 Tage auf den Liegeplatz, an Land stehen Container aber rund 10–12 Tage. Vier Gemini-Dienste wechseln ab 19. September auf die Suez-Route, keiner davon läuft Saudi-Arabien oder Oman an.

Das Wichtigste in Kürze

  • Hormus: 346 Durchfahrten von Schiffen ohne Iran-Bezug im August, bei Containerschiffen kaum Veränderung (Lloyd's List Intelligence, 9. September). Ladung für den oberen Golf braucht einen Löschhafen außerhalb der Meerenge.
  • Maersk-Regeln vom 11. September: Saudi-Arabien nur über Dschidda und King Abdullah Port, die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) nur über Khor Fakkan oder per Lkw nach Jebel Ali.
  • Kosten bei Maersk: Notfallfrachtrate 1.800–3.800 USD je Container, 1.000 USD je Hormus-Passage, 500 USD OCR ab 15. bzw. 17. September. Das sind drei Zeilen in Ihrer Kalkulation.
  • Lager: Belegung über 90 % in Riad, Dschidda und Dammam (JLL, Q2 2026).

Wie ist die aktuelle Lage der Schifffahrt im Roten Meer und in der Straße von Hormus?

Lloyd's List Intelligence zählte im August 346 Hormus-Durchfahrten von Schiffen ohne Iran-Bezug und sah bei Container- und Massengutschiffen kaum Veränderung. Das Joint Maritime Information Center (JMIC) führt die Bedrohungslage seit dem 1. September weiter als „severe“. Im südlichen Roten Meer gilt laut LLI seit dem 20. Juli eine Drohung gegen Schiffe mit Bezug zu Saudi-Arabien. Die Passagen durch Bab al-Mandab sanken danach auf im Schnitt 273 pro Woche (27. Juli bis 23. August), vor dem 20. Juli waren es 319. Containerschiffe fuhren weiter.

Das Joint War Committee hat sein Listed Area bis Dschidda und Yanbu ausgedehnt (LLI, 6. August). Das betrifft die Kasko-Kriegsrisikoprämie der Reeder, eine Kriegsrisikorate für Ladung gibt es nicht.

Auf der Suez-Route kehren die Reedereien Dienst für Dienst zurück. Maersk und Hapag-Lloyd verlegen laut Maersk-Mitteilung vom 14. September vier Gemini-Dienste auf den Suezkanal, darunter AE5 mit Bremerhaven und Hamburg und ME2 mit Hamburg. Die ersten Abfahrten Richtung Westen sind für den 19., 21. und 24. September geplant, abhängig von der Stabilität im Roten Meer. Dschidda läuft keiner dieser Dienste an, dort fährt Gemini AE19 seit dem 10. August über Suez. Mehr zu den Asien–Europa-Diensten im Lagebericht zur Seefracht.

Wie lange stehen Container in Dschidda, und welche Golfhäfen nehmen Ladung an?

Der Hafen Dschidda schlug im Juli 540.107 TEU um, so viel wie nie; alle saudischen Häfen kamen auf 597.737 TEU (Mawani-Zahlen nach Arab News, 12. August). Das sind nach CargoDuo-Rechnung rund 90 %. Portcast misst für den 6. bis 12. September im Median 2,2 Tage Wartezeit auf den Liegeplatz. An Land stehen Container laut einer Expeditors-Meldung vom 2. September aber rund 10–12 Tage nach dem Löschen. Die übrigen Häfen, mit Portcast-Werten derselben Woche:

  • King Abdullah Port: 0,08 Tage, laut Expeditors aber Rückstau und knappe Kapazität im Hinterland.
  • Khor Fakkan: 6,16 Tage, der Engpass der Region. Lkw stehen dort und in Fujairah laut Semafor (2. September) bis zu 12 Stunden an.
  • Jebel Ali: 0,33 Tage, ohne Schäden in Betrieb, aber mit 374.000 TEU im zweiten Quartal 90,1 % unter dem Vorjahr (DP World). Der Hafen liegt innerhalb der Meerenge und taugt nicht als Ausweichhafen.
  • Salalah und Sohar: 0,47 und 1,21 Tage. Omanische Häfen verlangen von Schiffen eine Bestätigung, dass kein Gefahrgut an Bord ist (Inchcape, 3. August).

Welche Zuschläge und Papiere gelten für Exporte nach Saudi-Arabien und in die Emirate?

Die folgenden Regeln stehen in Maersks Mitteilung vom 11. September und gelten nur für Maersk. Reefer nach King Abdullah Port, Dammam und Jubail sind ausgesetzt; Dschidda nennt Maersk weder als ausgesetzt noch als angenommen, lassen Sie sich die Reefer-Annahme dort schriftlich bestätigen. Gefahrgut geht nach Dschidda nur an lokale Empfänger. Übermaß nimmt Maersk für keinen saudischen Hafen an.

Für den Irak, Kuwait, Dammam, Jubail, Bahrain, Katar, die VAE und Oman ohne Salalah verlangt Maersk eine Notfallfrachtrate von 1.800 USD je 20-Fuß-, 3.000 USD je 40-Fuß-Trockencontainer und 3.800 USD je Reefer-, Spezial- oder Gefahrgutcontainer, dazu 1.000 USD je Hormus-Passage. Neu ist die Operational Cost Recovery Surcharge (OCR): 500 USD je Container auf Vertragsbuchungen aus allen Regionen außer Fernost, für die VAE ab 15. September, für Bahrain, Katar, Kuwait und den Irak ab 17. September.

Seit dem 29. Oktober 2025 müssen Manifest und Zollanmeldung vor Ankunft über FASAH vorliegen (ZATCA), laut ONE mindestens 72 Stunden vorher, wenn das Schiff aus einem entfernten Hafen kommt. Nach einem Bericht vom August 2026 brauchen mehr Warengruppen, etwa Stahl und Baustoffe, eine vom Industrieministerium genehmigte Produkterklärung, bevor SASO über SABER das Konformitätszertifikat ausstellt. Prüfen Sie Ihre HS-Codes vor der Buchung.

Wie knapp sind Lagerflächen in Saudi-Arabien?

JLL meldet für das zweite Quartal 2026 über 90 % Belegung in Riad, Dschidda und im Großraum Dammam und erwartet, dass das so bleibt; als Grund nennt JLL die in die Westhäfen umgeleitete Ladung. Wer DAP oder DDP liefert, klärt die Lagerfläche beim Kunden jetzt.

Ladeplan im Kühlcontainer: warum Palette 19 und 20 jetzt zählen

Wenn Reefer Hafen für Hafen zugeteilt werden, zählt jede Palette im angenommenen Container. Jede weitere Box bringt eine eigene Buchung, eine eigene Lageruhr und eigene Detention.

Ein Beispiel aus CargoDuo: Molkereiprodukte, halal-zertifiziert, von Bremerhaven nach Dschidda im 40-Fuß-High-Cube-Kühlcontainer, innen 1.157,8 × 228,0 × 252,5 cm, Nutzlast 29.700 kg (siehe Containermaße). Die Paletten messen 120 × 100 × 190 cm, wiegen je 950 kg und sind nicht stapelbar.

Darf der Ladealgorithmus drehen, stellt er 9 Paletten längs (9 × 120 = 1.080 cm) neben 11 quer gestellte (11 × 100 = 1.100 cm), in der Breite 100 + 120 = 220 cm von 228 cm. Ergebnis: 20 von 20 platziert, 19.000 kg, Volumen 68,41 %.

Gemischte Ausrichtung von oben: 9 Paletten längs neben 11 quer gestellten. 20 von 20 platziert, Gewicht 19,00 t, Volumen 68,41 %.

Sind alle Paletten gleich ausgerichtet, passen nur zwei Reihen zu je 9 nebeneinander: 18 platziert, 17.100 kg, Volumen 61,57 %. Zwei Paletten mit 1.900 kg bleiben stehen.

Alle Paletten gleich ausgerichtet: zwei Reihen zu je 9 und die rote Meldung „Konnte nicht platziert werden“ für 2 Paletten, Volumen 61,57 %.
KennzahlEine AusrichtungGemischte AusrichtungDifferenz
Paletten platziert1820+2
Gewicht17.100 kg19.000 kg+1.900 kg
Volumen61,57 %68,41 %+6,84 Prozentpunkte
Nicht platziert20−2

Zwei Paletten mehr sind 11 % mehr Ware je Reefer-Anschluss, je Container und je D&D-Uhr. Wenn Reefer knapp sind, entscheidet der Ladeplan, ob Palette 19 und 20 mitfahren. Rechnen Sie ihn vor der Reefer-Anfrage im 3D-Ladeplaner von CargoDuo durch.

Auch der Lkw ab Dschidda hat Grenzen: 21 bis 45 t Gesamtgewicht je nach Achszahl, Überladung kostet 200 SAR je 100 kg (saudische Straßenbehörde). Wie eine Achsgruppe den vollen Sattelzug stoppt, zeigt der Lagebericht zum Lkw-Transport Türkei–Deutschland.

Was bedeutet das für Ihre Sendungen?

Relation / KnotenLageZeitfensterWas Sie tun sollten
Hormus → oberer GolfFür Containerschiffe praktisch geschlossen seit 28.02.2026; JMIC „severe“ (01.09.2026)Alle Q4-BuchungenLöschhafen außerhalb der Meerenge wählen
Dschidda, ImportLiegeplatz 2,2 Tage (06.–12.09.2026); an Land 10–12 Tage (02.09.2026)Ankünfte bis OktoberFASAH-Meldung mindestens 72 Stunden vor ETA; Lkw vor dem Festmachen buchen; zwei Wochen Lagergeld einpreisen
Dschidda → Riad / DammamLkw-Nachlauf bei Maersk buchbar (11.09.2026); 21/34/42/45 t nach AchszahlJede FahrtJeden Lkw vor dem Gate-out innerhalb seiner Grenze planen
Khor Fakkan / FujairahWartezeit 6,16 Tage (06.–12.09.2026); teils Löschung in Fujairah (Maersk)September und OktoberEine Woche Liegeplatzrisiko einplanen, Hafenwechsel akzeptieren
Vertragsladung VAE, Bahrain, Katar, Kuwait, IrakMaersk-OCR 500 USD je Container ab 15.09. (VAE) bzw. 17.09.2026Ab sofortOCR, Notfallfrachtrate und Hormus-Gebühr getrennt kalkulieren
Stand 15.09.2026; Reedereiregeln: Maersk, 11.09.2026.
  1. Holen Sie ab dem 15. September vor jeder Golf-Buchung die Annahme je Ladungsart schriftlich ein: trocken, Reefer, Gefahrgut, Übermaß.
  2. Kalkulieren Sie bei Maersk-Vertragsladung ab 15. bzw. 17. September die 500 USD OCR als eigene Position.
  3. Prüfen Sie DAP- und DDP-Angebote nach Saudi-Arabien auf die 10–12 Tage an Land. Steuert der Käufer den Nachlauf, passt FCA oder CPT mit benanntem Ort besser (CargoDuo-Einschätzung).
  4. Fragen Sie Ihren Transportversicherer vor den Q4-Abschlüssen schriftlich nach der Kriegsrisikodeckung für Dschidda und Yanbu.

Worauf Sie bis Ende Oktober achten sollten

  • 19., 21. und 24. September: geplante erste Suez-Abfahrten von AE11, AE5 und ME2. Wird ein Dienst wieder umgeleitet, gelten die Kap-Laufzeiten erneut. Wie voll die Terminals in Hamburg und Bremerhaven sind, steht im Lagebericht zu den Nordseehäfen.
  • 23. September: saudischer Nationalfeiertag. Klären Sie die Öffnungszeiten mit Ihrem Zolldienstleister.
  • 7. Oktober: COSCO plant laut Linerlytica, mit der zweiten Reise des Dienstes RES4 Dschidda anzulaufen.
  • Bis 24. Oktober: KLM hat Dubai, Riad und Dammam ausgesetzt, Lufthansa fliegt seit 10. September dreimal pro Woche Frankfurt–Riad (Expeditors, 2. September).

Häufige Fragen

Fahren Containerschiffe wieder durch das Rote Meer und den Suezkanal?

Teilweise, Dienst für Dienst. Maersk und Hapag-Lloyd verlegen laut Maersk-Mitteilung vom 14. September 2026 vier Gemini-Dienste auf den Suezkanal, erste Abfahrten Richtung Westen am 19., 21. und 24. September; AE5 läuft Bremerhaven und Hamburg an. Xeneta beziffert die Ersparnis auf China–Genua mit rund 11 Tagen. Die Reedereien knüpfen das an die Stabilität im Roten Meer.

Ist die Straße von Hormus für Containerschiffe gesperrt?

Sie ist für Containerschiffe seit dem 28. Februar 2026 praktisch geschlossen. Lloyd's List Intelligence zählte im August 346 Durchfahrten von Schiffen ohne Iran-Bezug, bei Containerschiffen kaum Veränderung, und das JMIC stuft die Bedrohungslage seit dem 1. September als „severe“ ein. Maersk berechnet laut Mitteilung vom 11. September 1.000 USD je Container für jede Hormus-Passage.

Wie lange stehen Container in Dschidda nach dem Löschen?

Rund 10–12 Tage an Land, so eine von Expeditors am 2. September 2026 veröffentlichte Meldung. Auf den Liegeplatz warteten Schiffe vom 6. bis 12. September im Median nur 2,2 Tage (Portcast). Rechnen Sie für Ankünfte bis Oktober zwei Wochen Lagergeld und Detention ein und buchen Sie den Lkw vor dem Festmachen.

Kann ich Kühlcontainer noch nach Saudi-Arabien verschiffen?

Bei Maersk sind Reefer nach King Abdullah Port, Dammam und Jubail laut Mitteilung vom 11. September 2026 ausgesetzt. Dschidda steht auf keiner der beiden Listen, lassen Sie sich die Annahme dort schriftlich bestätigen. Lebensmittel und Arzneimittel will Maersk nach Kräften berücksichtigen, garantierten Platz gibt es nicht. Laden Sie jeden angenommenen Reefer voll.

Quellen: Maersk, Operational Updates vom 31.08., 09.09. und 11.09.2026, OCR-Mitteilungen vom 09.09. und 11.09.2026, Gemini-Mitteilung vom 14.09.2026; Lloyd's List Intelligence, 23.07. bis 09.09.2026; Xeneta, 09.09.2026; Portcast, 06.–12.09.2026; Expeditors und Semafor, 02.09.2026; Inchcape, 03.08.2026; DP World, 13.08.2026; Mawani und JLL nach Arab News, 12.08. und 26.08.2026; ZATCA, 02.05.2025; ONE, 08.10.2025; Saudi Roads General Authority, 24.09.2024; Linerlytica, 09.08.2026. Der Anteil Dschiddas ist eine CargoDuo-Rechnung, die Incoterms-Empfehlung eine CargoDuo-Einschätzung, die Ladeplanwerte sind echte Ausgaben der App. Aktualisiert: 15.09.2026. Änderungen: 15.09.2026, Erstausgabe. Wenn sich eine Angabe verschoben hat, schreiben Sie uns, wir korrigieren sie.

VERFASST VON
CargoDuo Team
Team Ladeplanung
ALLE BEITRÄGE VON CargoDuo Team

Im CargoDuo-Team arbeiten die Entwickler der 3D-Optimierung für Container-, Lkw- und Palettenbeladung zusammen mit Disponenten, die ihre Jahre an der Laderampe verbracht haben.